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Denn nicht anblicken heißt ja: nicht befragen, auch nicht hinterfragen. Das Erkennen-wollen führt zwangsläufig zu einem Zerstören Um seine Eurydike endgültig zu besitzen, muß er die wirkliche Eurydike töten.
Marelli1
Wer sich eine Zeit mit der Trauer und den Trauerkrankheiten beschäftigt, möchte frühe Formen psychologischen Denkens, die Mythologie, nach Vorbildern und Orientierung befragen. Ödipus ist das hervorragende Beispiel dieser Verbindung zwischen heutiger und antiker Psychologie. Dem Trauerkranken vermag dieser Heros jedoch wenig Richtungweisendes zu sagen. Anders verhält es sich dagegen mit Orpheus, obwohl in diesem Zusammenhang von Psychoanalytikern wie Bonaparte (1954), Gedo (1970) und Duparc (1983) kaum empfohlen. Da dies so ist, kann ich nicht anders, als anmerken, daß ich seine Wirksamkeit als Therapeutikum an mir selbst in einem doppelten Fall von steckengebliebener Trauer erprobt habe. Ich deute nur den zweiten allgemeineren Fall an. Es war Orpheus, der mir den Weg wies in ein Inferno des 20. Jahrhunderts, nach Buchenwald, und mir möglich machte, dort alleine einen ganzen Herbsttag zuzubringen … Die Kunst will seit alters lindern und heilen, manchmal