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Wohl alle, die in ihrer praktischen Arbeit mit den Folgen sexuellen Mißbrauchs konfrontiert sind, werden mit Anna Freuds (1981) Einschätzung übereinstimmen, daß direkt sexuelle, d.h. genitale Beziehungen zwischen einem Kind und einem Erwachsenen für die Entwicklung dieses Kindes schädlicher sind als fast alles andere, was einem Kind sonst noch widerfahren kann, einschließlich frühester Deprivation und schwerster körperlicher Mißhandlung. Uberraschenderweise hat nun Anna Freud für diese kaum anfechtbare Beobachtung keine wirklich befriedigende Erklärung anzubieten. Versperrt ihr, wie Alice Miller behaupten würde, das Festhalten an der Triebtheorie ihres Vaters den Blick?1
Wenn man sich das Ausmaß, in dem sexueller Mißbrauch an Kindern in unserer Gesellschaft vorkommt,2 vor Augen hält, erscheint Freuds Abwendung von seiner ersten Theorie der Neurosenätiologie in der Tat