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Citius emergit veritas ex errore quam ex confusione. M. Verworn: Die vitalistischen Strömungen der Gegenwart.
Für die psychoanalytische Gemeinschaft ist es kein Geheimnis, daß die Entwicklung unserer Wissenschaft nicht zufriedenstellt und viele zu Recht von einer Krise sprechen. Die Krise macht sich in erster Linie in der Theorie der Psychoanalyse bemerkbar; dies wirkt sich jedoch mit Notwendigkeit auf die praktische Tätigkeit des Analytikers, auf seine Technik, auf seine Kreativität, ja sogar auf die Ausbildung der Kandidaten aus.
Die abnehmende Kreativität der Psychoanalytiker bereitete der psychoanalytischen Gemeinschaft besondere Sorge. Aus diesem Grunde bildete die Psychoanalytische Gesellschaft der USA einen Ausschuß, über dessen Arbeit Kohut (1970, S. 462) berichtete, indem er eindeutig feststellen konnte, daß der Zuwachs unseres Wissens auf dem Gebiet unserer Wissenschaft den Anforderungen so wenig entspricht, daß selbst der Fortbestand der Psychoanalyse gefährdet ist.
Die Lage hat sich, wie es scheint, seither eher verschlechtert. Auf dem Symposion der IPA 1984, die sich mit der Ausbildung der Psychoanalytiker befaßte, stellte ein sehr erfahrener Redner, der neben vielen anderen diesen Prozeß bekräftigte, offen die Frage: „Warum ist die Psychoanalyse für die besten jungen Psychiater heute nicht mehr anziehend? Weshalb läßt sich eine immer größere Zahl ‚unbegabter, normaler’ Anwärter