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1968 bemerkte Michael Balint in seinem Buch “The basic fault”, in dem er die Summe seiner psychoanalytischen Erfahrungen mit Patienten, insbesondere mit solchen, die in eine tiefe Regression geraten waren, zu einer zusammenfassenden Darstellung gebracht hatte, daß „Deutung und Objektbeziehung die beiden wichtigsten Faktoren der psychoanalytischen Therapie sind“ (159; vgl. die deutsche Übersetzung 1968, S. 193). Daß Deutungen eine fundamentale Bedeutung im Rahmen des therapeutischen Geschehens besitzen, war bekanntlich seit den frühen Publikationen von Freud, die die Wirksamkeit dynamischer, d.h. vom herrschenden Ich-Bewußtsein, weil mit ihm im Widerspruch stehender, abgewehrter und deshalb unbewußter Beweggründe aufgezeigt hatten, klar geworden. Die Psychoanalyse heißt ja deshalb, eben weil diese Motive verbalisiert werden, „Deutungskunst“ (S. Freud, 1923, 215). Hier soll nun nicht im einzelnen darauf eingegangen werden, warum die Bezeichnung „Kunst“ für vollkommen gerechtfertigt zu gelten hat. Es sei lediglich angemerkt, daß dem Begriff Kunst überall dort Gültigkeit zukommt, wo es nicht möglich ist, genaue Regeln, weder zur Herstellung eines „Werkzeuges“ noch zu seiner Anwendung zwecks Herbeiführung eines schon definierten Zieles im Rahmen eines bestimmten Verfahrens (man denke etwa an einen operativen Eingriff) anzugeben, wo vielmehr das Werkzeug - im Falle der Analyse die Deutung - und der Sinn seiner Anwendung - im Falle der Analyse zur Verringerung der Selbstverborgenheit des Analysanden - jeweils neu zu schaffen sind bzw. der Aufgabe entsprechend geformt werden müssen. Das heißt auch, es gibt keine standardisierten