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Wer ist André Green? Rangell nennt ihn spöttisch den Poeten der Psychoanalyse und seine Metaphorik schlicht überflüssig im wissenschaftlichen Haushalt der Psychoanalyse. Green selbst versteht sich eher als Vermittler, der die Gedanken anderer weiterdenkt und dem die Sprache in ihrer wissenschaftlichen und poetischen Metaphorik Werkzeug und Weg dazu ist. Außenstehende, sagt Green , sind oft darüber erstaunt, daß diejenigen, deren Beruf darin besteht, ihren Patienten zuzuhören, einander so wenig zuhören. „Analytiker hören ihren Patienten sehr viel leichter zu als jedem anderen. Zweifellos deshalb, weil ein Kollege mehr ein anderer ist als ein gleicher, und ein Patient ist mehr ein gleicher als ein anderer, alter ego.“
André Green schreibt, um zum gegenseitigen Zuhören unter Kollegen beizutragen; denn, sagt er, „unter Gegenübertragung verstehen wir nicht nur die Einbeziehung der positiven und negativen affektiven Wirkung der Übertragung des Analysanden auf den Analytiker und seiner empathischen Fähigkeiten, sondern auch die mentale Funktion des Analytikers, darin eingeschlossen seine Lektüre und seinen Austausch mit Kollegen“.
André Green schreibt nicht nur gern und viel - ein ganzer Aufsatz geht darum, warum Psychoanalytiker schreiben -, er spricht auch gern - wer ihn je auf Kongressen erlebt hat, weiß, wie gern, wie viel und wie leidenschaftlich er spricht; zugleich aber ist er ein leidenschaftlicher Zuhörer, das charakterisiert ganz besonders sein Werk: allen voran hört er seinen Patienten zu, keine Arbeit, die nicht voller klinischer Bezüge wäre, er hört den Dichtern zu - es gibt Arbeiten zu den großen Tragödien der griechischen Klassik, zu Shakespeare und Racine (Green hat eine Zeitlang im Theater gearbeitet), zu Puschkin, Hölderlin, Artaud, Proust. Vor allem aber sind es Freud, Lacan, Melanie Klein, Bion und Winnicott, auf deren Stimmen er gehört hat. Seine Arbeit ist eine fortgesetzte Reflexion der Gedanken anderer. Unter immer neuen Gesichtspunkten zeichnet er di