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Das Gemälde „Las Meninas“ von Velázquez hat eine solche Faszination auf mich ausgeübt, daß ich neugierig geworden bin. Umgeben von einem Hauch scheinbarer Kühle erzeugt es zugleich Irritation: es hält auf Distanz und fordert auf, in sein Geheimnis einzudringen.
Am Anfang der Reflexion über ein Kunstwerk steht immer ein intensives Erlebnis mit ihm, das den Impuls zu der weiteren Beschäftigung und zu der fast dranghaften Suche nach seinem Sinn gegeben hat. Dieser Sinn entsteht, genau wie das Kunstwerk selbst, in einem potentiellen Raum. Es ist der Übergangsraum, der zwischen dem Kunstwerk und seinem Betrachter liegt (Winnicott 1953, Green 1973). Ich habe mich mit den Betrachtungen von „Las Meninas“ in diesen Raum des Potentiellen begeben und habe mein Erleben in diesem Bereich als eine Orientierungshilfe bei meiner Sinnfindung benutzt. Nach dieser Einleitung werde ich mit der Beschreibung dieses Erlebens beginnen.
Die außergewöhnliche Wirkung des Gemäldes sehe ich in Zusammenhang mit der Erzeugung von Illusion: im Fokus von illusionärer Malerei steht das Königspaar. Das Spiegelbild des Paares war der Auslöser für meine Überlegungen und diente zugleich ihrer Orientierung. Die Verknüpfung der Darstellung eines Paares mit der Malerei von Illusion brachte mich auf den Gedanken, daß es im Psychischen eine Interdependenz gibt zwischen der Wahrnehmung der Eltern als Paar, darin eingeschlossen Phantasien über die Urszene, und der Illusion des Übergangsraums.
Meine Verwendung des Begriffs „Illusion“ in den verschiedenen Bedeutungen ist nicht nur ein Wortspiel, sondern ich möchte auf die Verdichtung hinweisen, auf die wir bei