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Die Anregung zu den folgenden Überlegungen zum Verhältnis von Denken und Fühlen verdanke ich einer Patientin, deren Affektpathologie ich nicht verstand. Das in der Überschrift behauptete Gesetz, dem alles affektive Geschehen unterliegt, ergab sich aus der Überprüfung der erreichbaren affektiven Phänomene und Affekttheorien, nachdem ich die entgegengesetzt lautende latente „Theorie” der Patientin besser verstand. Eines ihrer Probleme bestand darin, daß sie eine unbewußte Phantasie agierte, unzertrennlich zu mir zu gehören. Gemessen an ihrer Trennungstoleranz gehörte sie zu mir wie ein einjähriges Kind zu seinen Eltern. Sie litt unter Trennungsverzweiflung und Angst, wenn ich ihren Forderungen nach Kontakten jenseits der Analysestunden nicht nachgab oder ihre Umarmungen nach den Stunden nicht beantwortete. Sie liebte mich kindlich fordernd, litt schmerzhaft und dann empört unter der Verweigerung der dauernden körperlichen Nähe, weinte laut und gequält nach und vor den Trennungen und griff mich in der nächsten Stunde schwer vorwurfsvoll an. Sie war dabei eine hochintelligente, wissenschaftlich erfolgreiche Frau. Aber was sie in den erwähnten Zusammenhängen fühlte und dann unter dem Drang affektiver Handlungsimpulse tat, war nie zu hinterfragen. Sie machte sozusagen Ernst mit Freuds Abfuhrtheorie der Affekte. Ihr Verhältnis zu ihren Gefühlen war rein pathisch. Sie war wie eine Hallig bei Sturmflut („Land unter!”). Gefühle kamen über sie wie das Wetter, und was sie dann tat, brauchte keine weitere Begründung, als daß sie es tat, weil sie es so fühlte. Fühlen war der Urgrund, das letzte Erreichbare, und sie verstand die Frage nach einem Grund für ihr Fühlen überhaupt nicht. Sie war das Organ ihrer Gefühle, deren Evidenz jeden