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Die Koordinaten von Ich-Hier-Jetzt, die Karl Bühler die ‘Origo der Sprache’ nannte, repräsentieren unsere Verankerung in der Welt und bezeichnen die Begrenztheit einer Person in Raum und Zeit. Unsere Sprache beugt sich der Zeit, indem sie ihre Verben konjugiert. Der Zeitindex ist obligatorischer Strukturbestandteil unserer Grammatik und insofern Strukturbestandteil einer jeden Person, die sprechen kann. Die Verwurzelung des Menschen in einer bestimmten Sprachstruktur, d.h. seine Zugehörigkeit zu einer Kulturgemeinschaft, impliziert demnach eine bestimmte Zeitauffassung (Whorf 1962).
Die Orientierung in der Zeit gehört zu den sogenannten neutralen Ich-Funktionen, die im Zuge der Entwicklung erworben werden, wie auch Gehen, Sprechen, die Kontrolle der Sphinkterfunktion, das begriffliche Denken etc. So lernen Kinder z.B. die Farben zu unterscheiden oder zählen und wissen längst, bevor sie den Kalender kennen und die Uhr lesen können, daß es bis zum nächsten Weihnachten eine Ewigkeit ist. Diese Ich-Funktionen können zwar grundsätzlich von Triebkonflikten innerhalb der relevanten Objektbeziehungen betroffen werden, - man kann sich per Fehlleistung in der Zeit vertun -, meist treten sie jedoch relativ störungsfrei auf und werden als Selbstverständlichkeiten angesehen, die entwicklungsbedingt zur menschlichen Ausstattung gehören. Daß aber auf einer genetisch viel früheren Stufe im Unbewußten auf schwere psychische Traumatisierungen mit entgleisten Zeitvorstellungen reagiert wird, die an der Oberfläche als solche kaum sichtbar sind, soll Gegenstand dieser Arbeit sein.