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Das Gedicht, auf das ich die Aufmerksamkeit lenken möchte, entstand im Jahre 1949 und trägt den Titel „Auf mich selbst”. Es erinnert von fern an ein Sonett, obwohl ihm zu dessen strenger Form eine Strophe, ein „Quartett” fehlt. Der Anklang ans Sonett hat wohl etwas damit zu tun, daß das Thema - „Auf mich selbst” - nach der Form, der Strenge des Sonetts zu verlangen scheint. Wohl unausweichlich stellen sich im Zusammenhang damit Metaphern von Held und Heldentum ein: als Idealvorstellung, an der sich der Blick auf sich selbst zu messen versucht. Gedankenverbindungen dieser Art finden sich bei vielen Zeitgenossen Doderers, vor allem in der Generation unmittelbar vor ihm. So schreibt Rilke in einem Brief vom 4.2.1922 - kurz vor der Entstehung der „Sonette an Orpheus” - über die von ihm übertragenen Sonette Michelangelos, daß er nicht daran denken könne, seine eigenen Verhängnisse in Sonettform zu ordnen, denn im Gegensatz zu Michelangelo habe er kein „Riesenwerk” neben sich, das solch ein Unterfangen zu stützen vermöge. Diese Vorstellung, daß man ein Held sein müßte, um es mit der Sonettform aufnehmen zu dürfen, klingt auch an in einem Sonett Rudolf Borchardts, das „Sonett auf sich selbst” betitelt ist. Aber hier, wo das zustandegekommene Gedicht den strengsten Regeln und Anforderungen genügt, enttäuscht es inhaltlich die in es gesetzten Erwartungen; ein ruhiger, distanzierter Blick auf sich selbst stellt sich nicht ein. „Ich sollt es sein; und möchte dies nicht sein”, heißt es, oder: „Wir sind nicht, was wir sind” (Borchardt, 1957, S. 101). Demgegenüber ist die Objektivierung der eigenen Person in Doderers