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In der Depression wird das Leben selbst zur Quelle des Unbehagens. Diese befremdliche Aussage macht Grunberger (1971; 245). Und ich füge hinzu: weil der Depressive offene Aktivität, Aggressivität und Sexualität, also Lebendigkeit als einen zerstörerischen Akt erlebt und mit einem tödlichen Verlust verknüpft. Auch für den Analytiker ist diese Aussage keineswegs selbstverständlich. Meist wird bei der Depression auf eine verleugnete Ambivalenz, auf den abgewehrten bzw. nicht integrierten Haß gegenüber dem Primärobjekt hingewiesen. Mit dieser Arbeit möchte ich jedoch den Blick auf die für den Depressiven lähmende Ambivalenz gegenüber der Lebendigkeit lenken, aber auch auf den Zusammenhang mit der narzißtischen Abwehr gegen einen drohenden depressiven Zusammenbruch. Sowohl der Suizid als auch der narzißtische Rückzug sind dann nicht als gegen sich gewendete Aggression zu verstehen, sondern als letzte Zuflucht vor einer als tödlich erlebten Lebendigkeit.
Die faszinierende und dichte Erzählung des japanischen Schriftstellers Inoue ist die tiefgründige Darstellung einer Liebesgeschichte innerhalb einer Dreiecksbeziehung. Wer das Buch gelesen hat, dem mag aufgefallen sein, daß die Frauen von der Trauer im Blick Josukes fasziniert und angezogen waren. Hinter der dramatischen Beziehungsdynamik klingt immer wieder die bedrohliche Depression an. Inoues Erzählung soll als Material dienen, das uns allen gleichermaßen zur Verfügung steht, mit dem ich die oben gemachte Aussage auf dem Hintergrund der Arbeiten