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Schaut man zu lange in einen Spiegel hinein,
so erscheint einem zuguterletzt der Teufel.
Alter englischer Aberglaube
„Die Dichtung“, schreibt J. Guillaumin (1976), „bearbeitet die Wörter mit dem Ziel eines Zuwachses an Sinn, während der Analytiker durch die Wörter hindurch am Sinn arbeitet (…)“. Zweifellos zielt die analytische Bemühung auf verborgene Sinnhaftigkeit. Aber während der psychoanalytische Prozeß beständig Sinn schafft, entsteht in ihm auch regelmäßig täuschender Sinn, der seinerseits den psychoanalytischen Prozeß stillzustellen droht. In neuerer Zeit gilt den Sinnfälschungen, der trügerischen Plausibilität, ja der Lüge ein verstärktes klinisches Interesse (Chasseguet-Smirgel, 1981, 1984; Eickhoff, 1988; O'Shaughnessy, 1990), dies gewiß infolge der Rezeption des Werkes von Bion, vielleicht aber auch bedingt durch einen veränderten, ganz unnaiven Patiententyp, der recht gut zu wissen meint, wie Psychoanalyse funktioniert und wie der Analytiker denkt. Die Verführung zum falschen, gestalthaft befriedigenden Sinn ist das Thema dieser klinischen, nicht philosophischen Arbeit. Solche Verführung