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Sexueller Mißbrauch in der Familie bedeutet eine Form von traumatischer Gewalt, die die körperlich-sexuellen sowie psychischen Grenzen des sich in der Entwicklung befindenden Kindes überrollt. Innerhalb einer lange vorher bestehenden Beziehung zu dem erwachsenen Täter erfährt das Kind das Überstülpen einer Erwachsenen-Sexualität, die es nicht verstehen kann; neben der Angst entsteht eine Konfusion über den Begriff der Liebe, der für das Kind plötzlich eine völlig neue Bedeutung bekommt, wie Ferenczi (1933) es beschrieben hat, dazu in der Regel das Verbot, mit einem Dritten darüber zu sprechen. Daß es sich um Kinder handelt und die Täter-Opfer-Beziehung schon lange Zeit intensiv vorher besteht, bedeutet einen Unterschied zum erwachsenen Opfer traumatischer Gewalt - dieser regrediert auf das Stadium eines hilflosen, abhängigen Kindes, und die Hörigkeitsbeziehung zum Täter entwickelt sich erst -: die Abwehrmechanismen, die ein Überleben ermöglichen, sind sich jedoch ähnlich: Dissoziation und Verleugnung von Gefühlen wie Angst, Auflehnung, Wut; Dissoziation von Teilen des Körper-Selbst vom integrierten Gesamt-Selbst (vgl. Hirsch 1989) sowie die Internalisierung der Gewalterfahrung und der entsprechenden Beziehung in Form von Introjektion und Identifikation mit dem Aggressor (Ferenczi 1933; vgl. Hirsch, im Druck). Als zentrale psychodynamische Bereiche der Analyse des Inzestopfers, die integriert werden müssen, sind besonders die immense Angst (Shengold 1989), die ungeheure Wut (Shengold 1989; Becker 1990; Briere 1989; Hirsch 1987) sowie die komplexe Schulddynamik (Hirsch 1987; im Druck) beschrieben worden. Alle diese Bereiche sind Ausdruck einer