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„In therapeutischen ebenso wie in Charakteranalysen wird man auf die Tatsache aufmerksam, daß zwei Themen sich besonders hervortun und dem Analytiker ungewöhnlich viel zu schaffen machen. Man kann das Gesetzmäßige, das sich darin äußert, nicht lange verkennen. Die beiden Themen sind an die Differenz der Geschlechter gebunden; das eine ist ebenso charakteristisch für den Mann wie das andere für das Weib. Trotz der Verschiedenheit des Inhalts sind es offenbare Entsprechungen. Etwas, das beiden Geschlechtern gemeinsam ist, ist durch den Geschlechtsunterschied in eine andere Ausdrucksform gepreßt worden.“ (32, S. 96)
„Man hat oft den Eindruck, mit dem Peniswunsch und dem männlichen Protest sei man durch alle psychologische Schichtung hindurch zum ‚gewachsenen Fels‘ durchgedrungen und so am Ende seiner Tätigkeit. Das muß wohl so sein, denn für das Psychische spielt das Biologische wirklich die Rolle des unterliegenden gewachsenen Felsens. Die Ablehnung der Weiblichkeit kann ja nichts anderes sein als eine biologische Tatsache, ein Stück jenes großen Rätsels der Geschlechtlichkeit. Ob und wann es uns in einer analytischen Kur gelungen ist, diesen Faktor zu bewältigen, wird schwer zu sagen sein. Wir trösten uns mit der Sicherheit, daß wir dem Analysierten jede mögliche Anregung geboten haben, seine Einstellung zu ihm zu überprüfen und zu ändern.“ (32, S. 99).
Seit Freud versuchte, das Rätsel der weiblichen Sexualität zu lösen, hat sich das Interesse der Psychoanalytiker immer wieder diesem Gegenstand zugewandt (1, 4, 5, 10, 15, 16, 19, 21, 27, 29, 30, 31, 33, 38, 44, 47, 49, 53, 62, 68, 73, 74). Im Gegensatz dazu ist Freuds Theorie der männlichen Entwicklung durch Jahrzehnte psychoanalytischer Erfahrung hindurch unverändert geblieben. Die Ablehnung der Weiblichkeit jedoch, die beiden