You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
S. Freud hat die Psychotherapie von schizophrenen Patienten abgelehnt, weil ihnen angeblich eine Übertragungsfähigkeit nicht möglich sei. Eine konventionelle psychoanalytische Therapie wird von verschiedenen Autoren auch heute noch unterschiedlich beurteilt. Zum Teil wird befürchtet, daß durch Freilegung unbewußten Materials psychotische Dekompensationen hervorgerufen werden können. Daraus folgt, daß die Psychotherapie psychotischer Patienten mit großer Behutsamkeit vorgenommen werden muß und viel Erfahrung voraussetzt. Lebensgeschichtlich bzw. entwicklungspsychologisch verstehbare Konflikte, insbesondere Autonomie- und Abhängigkeitskonflikte und Loyalitätsspaltungen sollten aber vorsichtig bearbeitet werden, wodurch eine reifere Auseinandersetzung mit Konflikt- und Belastungssituationen, also Stressoren, ermöglicht wird, was wiederum die Anfälligkeit bzw. Vulnerabilität gegenüber Stressoren positiv beeinflußt. Dies gelingt besser in der Einzeltherapie als in der Gruppe. Gruppentherapeutische Bemühungen haben sich als weniger erfolgreich erwiesen (C. Müller 1976, P. Müller 1991), was auch unseren Erfahrungen entspricht.
McGlashan (1984) hat bei seinen Katamnesen von in Chestnut Lodge psychotherapierten 163 schizophrenen Patienten in 64% eine ungünstige Remission festgestellt. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß es sich um bereits chronifizierte Verläufe gehandelt hat. Zur Effizienz psychotherapeutischer