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Am 3. September 1994 starb nach schwerem Leiden in Bad Kissingen 88jährig Professor Gerhart Scheunert. Er war nicht nur Gründungsmitglied, langjähriger Vorsitzender und Ehrenmitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung, sondern hatte auch großen Anteil an der Entstehung des Jahrbuchs der Psychoanalyse. Die Gründung ging auf
seine Idee zurück, für die er Käte Dräger und Horst-Eberhard Richter zur Mitarbeit und den Maler Georg Meistermann als finanziellen Sponsor beim Westdeutschen Verlag gewann, während die Redaktion zunächst in den Händen von Edeltrud Seeger lag. Für den zweiten Band gelang es, unter Einbeziehung Alexander Mitscherlichs in den Herausgeberkreis, einen Druckkostenzuschuß der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu erhalten. Gerhart Scheunert war dann Schriftleiter der ersten vier bei Hans Huber erschienenen Bände des Jahrbuchs, ehe er 1973 die Redaktion der jetzigen Schriftleitung übergab und die Herausgeberschaft mit ihr teilte. Anna Freud hatte in ihrem Geleitwort zum ersten Band die Wiederaufnahme eines Jahrbuchs der Psychoanalyse als logische Folge des Wiedererstehens der psychoanalytischen Bewegung in Deutschland begrüßt, ohne die Diskontinuität, die durch den Zivilisationsbruch des Dritten Reiches zustande gekommen war, ausdrücklich zu thematisieren. 1981 war ein Beiheft des Jahrbuchs der Psychoanalyse Gerhart Scheunert zu seinem 75. Geburtstag gewidmet, das auch ein Werkverzeichnis enthält. In dieser „Humanität und Technik in der Psychoanalyse“ betitelten Festschrift fand Cremerius die treffende Formulierung, Scheunert habe schon früh „zur Erschütterung des Mythos vom unpersönlichen Analytiker“ beigetragen. Im IPA Newsletter vom Oktober 1984 hat Scheunert im Vorfeld des 34. Internationalen Psychoanalytischen Kongresses in Hamburg in den „Erinnerungen eines Beteiligten“ als einziges noch lebendes Gründungsmitglied der DPV ihre Anfänge überzeugend dargestellt: „Wir wollten die Rückbesinnung auf das originale Werk Freuds in der Ausbildung.