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Verehrte Gäste, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wenn man zu den Mitgründern gehört hat, gehen an einem Gedenktage wie diesem die Gedanken unweigerlich zurück zu jenem Beginn vor 25 Jahren: 1950. - Im sogenannten „Dritten Reich“, dessen Erbe man noch sehr drastisch spürte, war die Basis für psychoanalytische Arbeit und Forschung zerstört worden. Wer seinen Freud nicht in sich und seiner privaten Bibliothek über die „1000 Jahre“ gerettet hatte, konnte noch nicht einfach wieder in den nächsten Buchladen gehen, ihn sich dort zu holen.
Die wenigen Psychotherapeuten, die es in der Bundesrepublik damals gab, hatten sich gerade wieder in der kurz zuvor begründeten DGPT zu sammeln begonnen. In Berlin hatten sie sich im „Institut für Psychotherapie“ zusammengefunden und unserem nun verstorbenen Kollegen Kemper war es sogar gelungen, in dem krankenkasseneigenen „Zentralinstitut für psychogene Erkrankungen“ erstmals eine Möglichkeit zu schaffen, analytisch orientierte Psychotherapie auf Kosten der Sozialversicherung zu praktizieren. Aber wir steckten noch tief in dem verkleisterten methodischen Mischmasch, der das Resultat der von außen kommenden Versuche, die „jüdische Wissenschaft Psychoanalyse“ auszumerzen und unter Oktroi eine sog. „Deutsche Seelenheilkunde“ an deren Stelle zu setzen, gewesen war. Der Kontakt zur psychoanalytischen Entwicklung in der Welt war noch gleich Null. Und es gab eine Anzahl, die fanden, ein solches „Amalgam“ der verschiedenen Varianten tiefenpsychologischen Denkens sei doch eigentlich ganz erstrebenswert.