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Psychoanalyse ist ein Prozeß der Verständigung zwischen zwei Fremden, die (nicht umhin können) wissen (zu) wollen, wer sie sind. Der primäre Wunsch des Patienten ist, von unerträglichem Leid befreit zu werden, der des Analytikers, „dabei Erfolg mit ihm zu erleben und ordentlich bezahlt zu werden“. Doch der Weg dorthin ist mit den Beantwortungen der Frage ‚wer bin ich?‘ und weiter dann ‚wer will ich sein?‘ gepflastert. In einem allgemeinen anthropologischen Sinn „benötigen wir, um das Fremde in uns selbst erfahren und erkennen zu können, einen anderen Fremden“ (Pontalis 1992, 73). Was in der philosophischen Anthropologie mittels Reflexionstermini beschrieben wird (Lorenz 1990), geschieht in der Psychoanalyse, diesem „Gespräch zwischen zwei gleich wachen Personen“ (Freud 1904a, 5): Die dialogische Konstitution des Selbst.
Das kann geschehen, weil in der Analyse der eine zum Repräsentanten des Fremden (Unbewußten/Verdrängten) im anderen und dabei der Prozeß der Entstehung des Selbst wiederholt wird; ein Prozeß, der im Dialog von Ausdruck (Botschaft) und Wahrnehmung (Sich-angesprochen-Fühlen) fundiert ist.
Im folgenden will ich versuchen, davon etwas zu zeigen.
In seiner Schrift „Das Unbewußte“ (Freud 1915e) gelingt es Freud, das Rätsel der „Agnoszierung des Unbewußten“ (Freud 1915e, 294) erst zu lösen, als er sich der Sprachverwendung einer Patientin mit beginnender Schizophrenie zuwendet, deren Rede „einen hypochondrischen Zug“ hat, „sie