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In meiner psychoanalytischen Arbeit im Bereich der Psychosomatik habe ich mich mit dem Problem befaßt, wie sich Menschen von der Last nachhaltiger Traumatisierungen lösen und die Verstrickung in tödlich verletzende Abhängigkeiten überwinden können. In der klinischen Praxis habe ich ein Stationsmodell entwickelt, mit dem ich nun seit über 25 Jahren Erfahrungen sammle.*
Viele unserer Patienten haben eine schlechte Prognose und sind gefährdet, sich in gravierende somatische Komplikationen und Desorganisationen zu verstricken. Wir sehen diese Patienten als „schwer Traumatisierte“ an. In diesem Aufsatz möchte ich das Wesen eines solchen Patienten beschreiben, das für ihn erarbeitete Behandlungsmodell vorstellen und den Mythos erörtern, der als Wegweiser das Drama der Traumatisierung und die Odyssee des Überwindens beleuchtet.
Die Behandlung des Patienten erfordert eine bestimmte Haltung des Therapeuten: Sie wird gekennzeichnet durch dessen Sensibilität und dessen innere Kraft; beides ermöglicht ihm, sich in der Nähe des Patienten aufzuhalten. Um diese Haltung - eine Haltung des Überlebens - einzunehmen und zu bewahren, braucht der Therapeut eine Inspirationsquelle, aus der er schöpft und die ihn schöpferisch macht. Als Angehöriger einer ägyptischen, christlich-koptischen Familie finde ich meine Inspiration im altägyptischen Mythos von Isis und Osiris. In meiner Arbeit mit meinen Patienten gab mir der Mythos Halt und erlaubte mir, das Stationsmodell mit einem kulturellen und ethischen Bezugsrahmen zu versehen.