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Im „Vokabular der Psychoanalyse“ kommt das Wort „Trost“ nicht vor, Thema einer eigenen psychoanalytischen Untersuchung ist das Phänomen wohl bisher nie gewesen. Die Wiener „Mittwoch-Gesellschaft“ beschäftigte sich im April 1911 kurz mit „Trost-Träumen“, womit Prüfungsträume und Träume, in denen der Träumer eine Abreise versäumt, gemeint waren. Gemeinsam ist beiden, daß Angst durch den Traum abgewehrt wird: durch die Erinnerung an eine im Traum gefürchtete, aber real schon bestandene Prüfung werde der Träumer ermutigt, sich aufgrund dieser Erfahrung mit sich selbst doch etwas zutrauen zu können; die versäumte Abreise wurde als Beschwichtigung von Todesangst gedeutet, die den Trost beinhaltet, jedenfalls noch nicht sofort sterben zu müssen. Im ersten Fall ermutigt also der Trost zu progressiver Angst-Abwehr, im zweiten handelt es sich um eine Beruhigung, die die Realität des Sterbens durch das „noch nicht“ mildert, ein Zeitaufschub, der zu Realitätsverleugnung führen kann, möglicherweise aber auch Angst und Traurigkeit auf ein erträgliches Maß reduziert, sodaß eine Auseinandersetzung mit dem Problem des Todes geleistet werden kann.
Anna Freud beschreibt in ihrer Studie über Anstaltskinder „Trost-Handlungen“ von Kindern untereinander: freundliche Gesten