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Eine Anwendung psychoanalytischen Wissens auf andere Gebiete des menschlichen Lebens gibt es seit Freuds „Totem und Tabu“ . Dieses ist die Anwendung psychoanalytischen Denkens auf die Anthropologie. Allerdings hat Freud bereits 1908 in einem Aufsatz „Die kulturelle Sexualmoral und die moderne Nervosität“ seine Entdeckungen auf ein soziales Gebiet angewendet, doch ein wirkliches Eingreifen in ein anderes Fach war dieser Aufsatz noch nicht. Wohl war das aber „Totem und Tabu“. Vor dieser Zeit hatte Sandor Ferenczi in einem Vortrag in Salzburg 1908 gezeigt, daß Freuds Entdeckungen besonders auf das Gebiet der Erziehung angewendet werden müßten. In der Folge widmeten sich einige Psychoanalytiker den Problemen des kindlichen Lebens und wie Erwachsene mit ihnen umgehen sollten. Zu ihnen gehörten Hermine von Hug-Hellmuth, Pfarrer Oskar Pfister und Hans Zulliger, 1917 kommt Anna Freud dazu, 1918 Siegfried Bernfeld. Es sollten noch 7 Jahre vergehen, bis Heinrich Meng und Ernst Schneider durch die Herausgabe einer „Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik“ dieser Anwendung der Psychoanalyse ein Sprachrohr verschafften. Aber bereits 1912 wurde die Zeitschrift „Imago“ gegründet mit der Aufgabe der Anwendung der Psychoanalyse auf die Geisteswissenschaften. Ein Jahr vor dem Erscheinen der „Zeitschrift für Psychoanalytische Pädagogik“ hatte August Aichhorn durch sein Buch „Verwahrloste Jugend“ die Psychoanalyse in das Gebiet der Fürsorge, heute Sozialarbeit, eingeführt. 1919 hatte Paul Federn durch seine Arbeit „Zur Psychologie der Revolution: die vaterlose Gesellschaft“ psychoanalytisches Wissen auf das Gebiet der Politik angewendet, wodurch Freud veranlaßt worden sein soll, sein Buch „Massenpsychologie und Ichanalyse“ zu schreiben. (1921)
In der englisch sprechenden Welt war es Ernest Jones, der die Psychoanalyse