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Der Aufsatz „Zwangsvorstellungen und Phobien“, der anschließend in einer neuen Edition vorgelegt wird, ist eine zeitgenössische Übersetzung von „Obsessions et phobies. Leur měcanisme psychique et leur étiologie“ (1895c) - dem zweiten von drei frühen Texten, die Freud auf französisch verfaßte und in dieser Sprachgestalt kanonisierte, indem er sie in seine verschiedenen Werksammlungen aufnahm. Das Original wurde gegen Ende 1894, kurz vor „Über die Berechtigung, von der Neurasthenie einen bestimmten Symptomenkomplex als ‚Angst-Neurose‘ abzutrennen“, geschrieben und erschien am 30. Januar 1895 in der Revue neurologique. Die deutsche Version, für die Arthur Schiff verantwortlich zeichnete, kam in zwei Folgen am 28.4. und 5.5. desselben Jahres in der Wiener klinischen Rundschau heraus. Sie ist, eigentlich seltsam, bis heute die einzige Übersetzung einer der französischen Freud-Schriften ins Deutsche geblieben. Obwohl bibliographisch Öfters erfaßt (z. B. Strachey 1962, 71), wurde sie bisher nie genauer betrachtet und nie wieder abgedruckt. Dieses Schicksal ist schon deshalb unverdient, weil Freud den Text mitgestaltet und faktisch autorisiert hat,