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Bereits um 1920 entstand in Norwegen eine lebhafte Debatte über die Frage, welche Psychoanalyse als die richtige gelten sollte. Es gab zwei Hauptdisputanten, den Arzt Johannes Irgens Strömme, der schon 1916 in Lehranalyse bei Oskar Pfister in der Schweiz gewesen war und den Psychologen Harald Schjelderup, der 1926 seine Lehranalyse bei Eduard Hitschmann in Wien beendet hatte und später zum Professor der Psychologie ernannt worden war. Nic Waal zufolge war es Strömme, der die Psychoanalyse in Norwegen eingeführt hat (Dagbladet 24.12.1932). Seine Auffassungen waren radikal und abweichend, besonders hinsichtlich der Bedeutung der Sexualität und Jungs Theorie in der analytischen Praxis (Alnaæs 1980, 57), während Schjelderup die damaligen traditionellen theoretischen und klinischen Auffassungen über die Psychoanalyse vertrat. Es wurde eine ziemlich erregte Diskussion, die sich bald in medizinischen Kreisen weiterverbreitete. Sie spiegelte auch die Kontroversen zwischen der Wiener-Schule und der Züricher-Schule wider.
Ende der zwanziger Jahre gewannen Freuds Auffassungen und Theorien immer stärkeren Einfluß auf Kunst, Literatur und Pädagogik. Die Psychoanalyse wurde ein populärer und moderner Trend. Ausdrücke wie Ödipuskomplex und Kastrationsangst, Mutterbindung und Vaterkomplex, Verdrängung und Über-Ich wurden weitgehend verwendet. In vielen intellektuellen, liberalen Kreisen wurde die sexuelle Symbolsprache zu einem beliebten Thema. Einer der bekanntesten Schriftsteller, Sigurd Hoel, schrieb 1932, daß bei vielen Radikalen Freud beinahe Marx als zentrales Konversationsthema verdrängt hatte. Er hatte schon 1923 vorgeschlagen,