You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Da die in diesem Beitrag dargestellten Gedanken aufgrund der Auflage, sich in den vorveröffentlichten Kongreßarbeiten kurz zu fassen, nicht in der Ausführlichkeit entwickelt werden können, die sie verdienen, sind die folgenden Überlegungen als nicht viel mehr als ein Vorwort meiner Revision der Sexualtheorie zu verstehen. Mein ‚Ausgangspunkt’ wird sein, was Pontalis (1977, 85) die ‚Einführung des Fetischismus’ in Freuds Theorie nannte - d. h. die Art, wie sich der Ödipuskomplex bei Konfrontation des Subjekts mit dem Kastrationskomplex durch die Bildung eines Fetischs auflöst, woraus sich eine spezifische Strukturierung des psychischen Apparates (Ichspaltung) und deren Konsequenz ergibt, nämlich, ein spezielles Verhältnis zwischen dem Menschen und seiner Realität im allgemeinen und seiner Sexualität im besonderen. Da die Sexualität darüberhinaus für die Übertragung bedeutungsvoll ist, wird mein ‚Ziel’ sein, diese Revision in den Kontext der Theorie der analytischen Behandlung zu stellen und einige Überlegungen zur Übertragung einzuflechten.
Eine Überprüfung der psychoanalytischen Sexualtheorie erweist sich immer dann als notwendig, wenn wir im Laufe unserer klinischen Praxis mit ‚heutigen Pathologien’ konfrontiert werden. Folgende Frage stellt sich somit unmittelbar: ist heute noch zu bestätigen, was zu Freuds Lebzeiten galt, daß sexuelle Probleme die Basis für den unbewußten Mechanismus sind, der allen unseren Konsultationen zugrunde liegt? Vielleicht müssen wir dies verneinen, aber die Vorläufigkeit dieser Antwort legt nahe, daß sich Sexualität heute anders manifestiert als vor einem