You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Geburt der Psychoanalyse zwischen 1895 („Studien über Hysterie“) und 1900 („Traumdeutung“) kann als sprunghafte Entdeckung der Psychologie des Unbewußten, als gewaltsamer Bruch des Neuroanatomen und -pathologen Sigmund Freud mit seiner bisherigen Forschung verstanden werden, aber auch als Ergebnis einer langsamen, kontinuierlichen Entwicklung, in der die scheinbar gegensätzlichen Quellen, die anatomischen, neurologischen und ersten psychoanalytischen Forschungen, sich gegenseitig befruchteten. Freud selbst förderte die erste Sichtweise, indem er seine neurologischen Arbeiten nicht in die „Gesammelten Schriften“ (1924-34) aufnehmen ließ - sie fehlen auch in den „Gesammelten Werken“ (1940-52)-und seine Schüler vor der Beschäftigung mit Innervationen und Nervenbahnen als „zu gefährliche Versuchungen“ warnte, „sie hatten zu lernen, sich auf psychologische Denkweisen zu beschränken“, so in einem Brief an Viktor von Weizsäcker (1947, 6). Es scheint, als habe sich Freud mit jedem Schritt ins Neuland der Psychologie von der Neuropathologie entfernt (Stengel 1954). So haben auch die meisten seiner