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Wir möchten ein Konzept vorstellen, das wir in einer Untersuchung zur Entwicklung von Patienten nach stationärer psychoanalytisch orientierter Psychotherapie erarbeitet haben und das den, wie wir meinen, zentralen Punkt der posttherapeutischen Verarbeitung der Therapieerfahrung betrifft. Dabei gingen wir von der klinischen Erfahrung aus, daß die durch eine psychoanalytische Therapie angestoßene Entwicklung, insbesondere bei einer stationären Behandlung, nicht mit dem Abschluß der Behandlung beendet ist. Allerdings gibt es darüber bisher nur wenig gesichertes Wissen (Thomä u. Kächele 1985); deswegen wollten wir versuchen, mit Hilfe einer beschreibenden und der Psychoanalyse verpflichteten Methodik Vorstellungen über mögliche posttherapeutische Prozesse zu entwickeln (Leikert u. Ruff 1994). Wir gingen von folgenden Fragestellungen aus:
Welche Entwicklungsprozesse lassen sich nach stationärer Psychotherapie phänomenologisch unterscheiden?
Welche Effekte hat die Therapie auf die Konfliktverarbeitung im Alltag?
Lassen sich Kriterien für eine erfolgreiche posttherapeutische Verarbeitung des individuellen Grundkonflikts angeben?
Entsprechend unserem psychoanalytischen Herangehen an diese Fragen versuchten wir dabei, Hypothesen für die gefundenen Entwicklungsprozesse zu formulieren.