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Professor Freud sagt in der Einleitung zur zweiten Auflage der „Studien“, daß man von allen späteren Zutaten zur Lehre von der Katharsis (wie die Rolle der psychosexuellen Momente, des Infantilismus, der Bedeutung der Träume und der Symbolik des Unbewußten) die Keime schon im vorliegenden Buche vorfinden kann.24 Das stimmt, stimmt aber für den Fall Anna O. eigentlich weniger als für alle anderen.
Sie wird als asexuell bezeichnet, vom Infantilen erfahren wir sehr wenig, so daß wir eigentlich ohne Anamnese sind; von dem Wachträumen, das ev. als ein Ersatz für die Nachtträume dienen könnte, erfahren wir nur das Faktum, nicht den Inhalt, und nur von den Motiven der in dem Vorlaufe der Krankheit selbst immer intensiver werdenden und nunmehr vor einem Zuschauer wiederholten Aufführungen ihres „Privattheaters“ bekommen wir die am häufigsten variierten Motive zu erfahren, dem verdanken wir einige Aufklärungen. Die Symbolik des Unbewußten, auch da schon deutlich am Werk, muß es sich gefallen lassen, mit Produkten, wenn auch nicht sinnloser, so doch zufälliger Koinzidentien im Hypnoid verwechselt zu werden.
Die Übertragung als psychotherapeutischer Faktor, von Freud schon hier eingehendst gewürdigt und im Krankheitsbilde Annas eine besonders große Rolle spielend, wird in ihrer Funktion, „neben den Träumen die ältesten sonst nicht als solche zu habenden Kindererlebnisse heraufzubringen“25