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Eine der häufig nicht erwähnten Folgen des Traumas ist die Angst vor Retraumatisierung. Es trifft wahrscheinlich zu, daß ein Trauma, von dem wir annehmen, daß es nur in der Vergangenheit existierte, nicht mehr bewußt als Trauma erlebt wird. Dennoch gehört die Angst vor Retraumatisierung zum Kern des Traumas. Ist die Ich-Kontrolle ausreichend, tauchen negative Reaktionen auf traumatische Erinnerungen nur vorübergehend auf, können bewältigt und in positive analytische Arbeit umgesetzt werden. Andererseits kann es zu phobischem Vermeiden von Situationen kommen, die mit dem Trauma assoziiert werden, und es besteht die Tendenz, traumatische Themen affektiv wiederzuerleben. Möglich ist aber auch eine Fixierung an ein Trauma. Die unzureichende Verarbeitung des Traumas wirkt sich ständig auf die Organisation der Psyche und ihre Abwehrmechanismen aus. Solche Traumata modifizieren die intrapsychische Selbst- und Objektrepräsentanz, unbewußte Phantasien sowie künftige phasenspezifische Entwicklungen.
Ein Anzeichen für das Versagen der Abwehr kann die negative therapeutische Reaktion sein. Sie fungiert als Notwehr gegen die Angst vor Retraumatisierung. Nachträglichkeit, eine unbewußt mißlungene Assimilation alter Traumata, die nach ihrer Verdrängung in getarnter Form zurückkehren, ist als Phänomen retroaktiver Retraumatisierung zu verstehen. Zuweilen können unbewußt motivierte Verhaltensschemata außerhalb der analytischen Situation zu einem Wiederaufleben der traumatischen Angst führen. Waren die früheren traumatischen Erfahrungen tiefgreifender Art, werden ständig wiederkehrende Handlungsmuster des Traumas aufgrund des Wiederholungszwangs auch im