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Ich als Hauptwort ist ein allgemeiner Teil der deutschen Sprache und steht als solches im Duden. Für Freud war es eine lange Zeit gleichbedeutend mit Körper und Bewußtsein. Er benützte es daher dauernd, ohne ihm eine besondere Achtung zu schenken, da er mit dem Unbewußten beschäftigt war. Wenn Adler immer mehr die Bedeutung des Ichs betonte, verwies er darauf, daß die Psychoanalyse sich erst mit dem Unbewußten beschäftigen müsse. Das war mit ein Grund für die Trennung Adlers von Freud.
Mit der Entdeckung des Narzißmus mußte Freud anerkennen, daß das Ich auch unbewußt sein kann. Bis und dem Buch „Das Ich und das Es” kämpfte Freud in einer Reihe von Schriften um eine Umformulierung seiner Theorien bis er zum Konzept von Es, Ich und Überich gelangte. Dieses Konzept wird fälschlicherweise strukturell genannt. Es, Ich und Überich sind keine Strukturen sondern Instanzen. Das erstere ist ein statischer, das letztere ein dynamischer Begriff. Freud war der Ansicht, daß das Ich aus dem Es durch die Einwirkungen der Außenwelt entstehe. Es entwickelt mit der Zeit ein Janusgesicht, das gleichzeitig nach Innen zum Es, wie nach Außen zum Sozialen und der Gesellschaft gerichtet ist. Andere Psychoanalytiker, vor allem Paul Federn drückten diese Ambivalenz dadurch aus, daß sie meinten, daß das Ich zweigestaltig sei, Subjekt und Objekt zugleich. Da das Ich jedem Menschen bekannt ist, beschäftigte sich Freud nicht mit dessen Sein, überließ das den Philosophen und begnügte sich damit, festzustellen, daß das Ich zwei entscheidende Funktionen besitzt, Synthetisierung bzw. Integration und Abwehr