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Sicher hätte Dr. Eissler einem Versuch meinerseits widersprochen, eine Biographie irgendeiner Art zu schreiben - wie er einige Jahre vor seinem Tod bei einer bestimmten Gelegenheit deutlich zum Ausdruck brachte. Damals habe ich ihm auch klar gemacht, daß ich eine solche Absicht niemals gehabt hätte.
Ich denke aber, daß er diese kurze Reminiszenz nicht mißbilligt hätte, die lediglich dazu dient, Aspekte des Mannes und seiner Arbeit, wie ich sie persönlich verstanden habe, zu vermitteln.
1984 lernte ich Dr. Eissler kennen, kurz nachdem ich den „Sündenfall“ gelesen hatte, einen Aufsatz, dessen Analyse grundlegender Aspekte der Kultur und der Psychologie einen tiefen Eindruck hinterlassen hatte. Er nahm meine Fragen über die Arbeit mit Herzlichkeit auf und lud mich ein, ihn in New York zu besuchen.
Sein von Bücherwänden gefülltes Arbeits- und Behandlungszimmer mit Blick auf den Central Park West schuf eine einzigartige Atmosphäre von Wärme, Vertrauen und Geborgenheit: ein wunderbarer Ort für die Wiederherstellung von Seelen (‘restauration of souls’). Der Schreibtisch, an dem er arbeitete - eigentlich ein riesengroßer Tisch -, war vollständig mit Büchern und Manuskripten bedeckt, Zeugnis für die leidenschaftliche und unermüdliche Arbeit eines Gelehrten. Die Freud, Psychoanalyse und Gesellschaft gleichermaßen erfassende Betrachtungsweise wurde zur Grundlage seines Denkens, die bis zu seinem Tode andauerte.
Über die Jahre hatte ich Gelegenheit, einige Patienten an Dr. Eissler zu überweisen, sei es zur Konsultation oder zur längeren Behandlung, und