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Zum besseren Verständnis des methodischen Vorgehens erscheint es angebracht, einige einleitende Vorbemerkungen zu machen.
In meiner Arbeit über „Sinn und Verstehen“ (Argelander 1995) habe ich dargestellt, wie der Prozeß, eine andere Person zu verstehen, an Sprache gebunden ist. Weil die Struktur der Sprache für hintergründige Gedanken sehr aufnahmefähig ist, wie ich an Beispielen gezeigt habe, haben wir die Möglichkeit, auf die mit den sprachlichen Äußerungen im Zusammenhang stehenden Gedanken zu schließen und damit in die Gedankenwelt einer fremden Person hineinzuschauen. Das methodische Vorgehen lautet kurz zusammengefaßt:
Die erste oberflächliche Sinngebung der Sprache vermittelt uns der Autor eines Textes durch seine Satzfolgen, die wir nachvollziehen, indem wir die Sätze stillschweigend miteinander verknüpfen und auf diese Weise verstehen können, was der Autor meint. Durch Variationen der Verknüpfungen gehen wir über das vom Autor Gemeinte hinaus und dringen in seine persönliche Gedankenwelt ein. Wir bleiben, methodisch gesehen, auf der Sinnschiene, indem wir Sinnversionen ausprobieren (Argelander 1995, 18).
Ein von mir mehrfach zitiertes Beispiel (Argelander 1987, 2; 1995, 22) stammt von Goethe aus Wilhelm Meisters Lehrjahre(n) und soll das methodische Vorgehen verdeutlichen. Der Text lautet:
Norberg schickt dir das Stück Mousselin zum Nachtkleide;
bald ist er selbst da;
er scheint mir eifriger und freigebiger als jemals.
Der unterstellte gemeinte Sinn lautet mit Einsetzen der sinnstiftenden Verknüpfungen.
Norberg schickt dir das Stück Mousselin zum Nachtkleide,
obwohl er selbst bald da ist,