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Der genuine Gegenstand der Psychoanalyse ist das Intrapsychische, die Dynamik der inneren Instanzen; im Zusammenhang mit dem Schulderleben eines Menschen geht es der Psychoanalyse um die Einwirkungen des Über-Ich auf das Ich, die sich entweder als konstruktiv-regulierendes oder als irrationales, unrealistisches, dann pathologisches Schuldgefühl bemerkbar machen. Längst aber hat sich die Psychoanalyse fortbewegt von einer „Ein-Personen-Psychologie“, wie Balint (1969) es ausdrückte, zu einer „Zwei- und Mehr-Personen-Psychologie“; reale Erfahrungen in Beziehungen der Vergangenheit und Anlagen (im Sinne von Entwicklungspotential) und affektive Bedürfnisse und Impulse (Triebe) wirken zusammen. Wenn sich aber der Gegenstand der Psychoanalyse von den ausschließlich inneren Prozessen hin zu den Objektbeziehungen und besonders ihren intrapsychischen Niederschlägen verlagert hat, kann sie nicht bei der Beschäftigung mit den aufgrund von innerpsychischen Konflikten entstandenen Schuldgefühlen stehenbleiben, sondern muß sich auch der durch konkretes Handeln anderen oder sich selbst gegenüber entstandenen realen Schuld annehmen; auch schuldhafte reale Grenzverletzungen werden von unbewußten Motiven und Triebschicksalen mitbestimmt. Wenn sich auch Schuld im äußeren zwischenmenschlichen, Schuldgefühl im intrapsychischen Bereich ereignet, sind sie doch miteinander verwoben, wie (Haynal 1989, 326) es ausdrückt, allerdings auf das Doppelte von Trauma (entspricht Schuld) und Phantasie und innerem