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Im vorletzten Passus seines berühmten Aufsatzes über den weiblichen Kastrationskomplex (1921) trifft Karl Abraham eine folgenschwere Feststellung:
Die Analerotik der Mütter ist die früheste und gefährlichste Feindin für die psychosexuelle Entwicklung der Kinder, und dies umso mehr, weil jenein den frühesten Lebensjahren dem Einfluß der Mutter weit mehr als dem des Vaters ausgesetzt sind. (99)
Daraus zieht er den Schluß: Wenn wir solche Mütter von der Bürde des Kastrationskomplexes befreien, verhüten wir zugleich die Neurosen der kommenden Generation.1 Nachdem sein Beitrag 1922 auch im International Journal of Psycho-Analysis erschienen ist, trägt Ernest Jones (1922) in einer kurzen Mitteilung drei Punkte zur Stützung von Abrahams These vor. Der dritte bezieht sich auf den Reisebericht des Sir John Mandeville aus dem vierzehnten Jahrhundert und ist für meine Zwecke ohne Belang; die beiden anderen sind von größtem Interesse für mich. Im ersten Fall geht es um ein kleines Mädchen, das Eifersucht und Neid gegen seinen älteren Bruder empfand. Der Knabe hatte von Geburt an einen mißgestalteten Fuß. Des Vaters ganze Sorge war es, seinem Sohn Heilung zu verschaffen; die Tochter wurde vernachlässigt. Bis zum Alter von drei Jahren spielte sie mit Puppen. Als dann aber im Hause ihrer besten