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Inwieweit Philosophen interessante Gesprächspartner für Psychoanalytiker sind, ist innerhalb der Psychoanalyse umstritten. Bei vielen Psychoanalytikern gibt es unter Berufung aut Freud ein mehr oder weniger informiertes Ressentiment gegenüber Philosophie. Freuds spöttisches Heine-Zitat und seine Kritik der Illusion, mit überschätzten „logischen Operationen” ein „lückenloses und zusammenhängendes Weltbild” bauen zu wollen, scheint das ganze Unternehmen der Philosophie zur Genüge zu charakterisieren (Freud GW XV, 173).
Die Arbeiten van Reijens sind nicht darauf angelegt, die ganze Welt zu erklären oder ein geschlossenes Weltbild zu entwickeln. Sie sind eher Essays über verschiedene Themen und nur bei genauerem Hinsehen zeigen sich in ihnen Konvergenzen, Linien, durchgehende Themen, die eher Haltungen zu Lcbensproblemen als Lösungsvorschläge in einem System profilieren. Diese Versuche durchbrechen alltägliche moderne Denkformen und decken zugrundeliegende, problematische Strukturen auf. Dadurch werden Orte des Denkens sichtbar.
Orte des Denkens markieren auch die Psychoanalyse. Die Psychoanalyse ist als eine „Bewegung” aus und in einer bestimmten geistesgeschichtlichen Situation entstanden und sie hat immer am „Prozeß der Kulturentwicklung” teil (Freud GW XIV, 493 ff), unabhängig davon, ob sie ihre Position darin anerkennt oder nicht. Mit dem Anspruch, (Natur-) Wissenschaft zu sein, will sie sich „der wissenschaftlichen Weltansehauung