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Jack Londons Roman Martin Eden endet damit, daß Martin Selbstmord durch Ertrinken begeht. Als er untergeht, versucht er unwillkürlich zu schwimmen.
Unwillkürlich wollte er leben. Er hörte auf zu schwimmen, aber als er merkte, daß ihm das Wasser über den Mund stieg, reckten sich seine Hände steil nach oben. ‘Das ist der Lebenswille’, dachte er und dieser Gedanke ließ ihn höhnisch grinsen.
London vermittelt sehr anschaulich, welchen Haß und welche Verachtung Martin für den Teil in sich empfindet, der leben möchte.
‘Der Lebenswille’, dachte er geringschätzig und spürte einen stechenden Schmerz in der Brust, als er ertrank. ‘Dieser Schmerz ist nicht der Tod’ war der Gedanke, der in sein schwankendes Bewußtsein drang. Dieses furchtbar erstickende Gefühl war das Leben - der Stich des Lebens. Es war der letzte Hieb, den das Leben ihm versetzen konnte.
Aller Schmerz kommt vom Leben. Freud beschreibt den Todestrieb als biologischen Trieb, zum Anorganischen zurückzukehren - als Reaktion des Organismus auf jede Störung des Status quo. Freud hat den Todestrieb zuerst in Jenseits des Lustprinzips (1920g) beschrieben und postuliert, daß der Lebenstrieb danach strebe, Elemente zu immer größeren Einheiten zusammenzufassen; er strebt nach Leben und Fortpflanzung. (Daher ist Sexualität ein Teil des Lebenstriebs.) Der Todestrieb strebt nach Entstrukturierung, Auflösung, Tod.
Ich meine, daß Freud diesen biologischen Aspekt zum Teil aus defensiven Gründen hervorhob, was zur Folge hatte, daß später andere und manchmal auch er selbst seine Gedanken über den Todestrieb als biologische Spekulation bezeichnen konnten; er rechnete damit, daß man