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Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der böhmisch-protestantische Adel bei der Schlacht am Weißen Berg bei Prag 1620 geschlagen und vernichtet. Die nächsten 300 Jahre regierten die Habsburger bzw. von ihnen eingesetzte Herrscher, auch damals schon „Normalisierer” genannt. Im 17. und 18. Jahrhundert zwangen Freiheitsbewegungen tschechische Intellektuelle in die Emigration. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich ein ausgeprägter Nationalismus (z. B. zeigte sich das wachsende Nationalgefühl in der Gründung einer tschechischen Oper und in der Ablehnung der Mitarbeit tschechischer Delegierter 1848 in der Bundesversammlung der Paulskirche.) 1918 wurde der Staat Tschechoslowakei gegründet - erster Staatspräsident war Masaryk - mit der Hauptstadt Prag, seit alters her eine dreisprachige Stadt (Tschechisch, Deutsch, Jüdisch), z. B. sprach Franz Kafka aus Protest Deutsch wegen des tschechisch-nationalistischen Vaters. Prag wurde ab 1933 ein Zentrum deutschsprachiger Emigranten, z. B. lebte Fenichel von 1935-1938 hier. 1938 „Münchner Abkommen” (u. a. Abtretung der sudetendeutschen Gebiete an Deutschland), 1939 Einmarsch der deutschen Wehrmacht, damit Zerschlagung der Tschechoslowakischen Republik, Errichtung des „Reichsprotektorats Böhmen und Mähren”. Widerstand gegen die deutsche Okkupation, spektakulärste Aktion war die Erschießung von Heydrich 1942, Verschärfung des Terrors (z. B. Massaker von Lidice). 1945 wurden die Sudetendeutschen unter großen Menschenverlusten vertrieben. Die sowjetische Besatzungsmacht gewährte relativ große