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In dem monumentalen Werk Thomas Manns nehmen die Novelle Der Tod in Venedig und der Roman Der Zauberberg eine besonders herausragende Stellung ein. Dies ist nicht zuletzt deshalb der Fall, weil es sich bei beiden Werken nicht nur um überragende Werke der deutschen Literatur handelt, sondern weil beide Werke gleichsam aus „einem Geist” geschrieben worden sind und von daher in einer komplexen Weise komplementär zueinander stehen. Insofern handelt es sich um zwei literarische Varianten, die ein gleiches Thema zu ihrem Gegenstand haben. Dieses Thema ist nicht nur ein äußerst spezifisches des Autors - es hat ihn in seinem gesamten Leben und Lebenswerk nie losgelassen -, sondern es ist zugleich ein Thema, das Grundfragen des abendländischen Denkens in literarischer Gestalt vorstellt und verhandelt. Dies soll hier ausführlicher dargestellt und erläutert werden.
Beide Werke stellen nicht nur „schöne”, schöngeistige Literatur vor, mit der man im Sinne der „erlesenen Prosa Gustav Aschenbachs”, dem Held der Novelle Der Tod in Venedig, in Schulbüchern Generationen von Schülern zu traktieren vermochte; gelegentlich dürfte dies wohl noch in der heutigen Schule geschehen. Beide Werke sind nicht nur faszinierende Darstellungen menschlicher Grenzsituationen, in denen die Figuren der Handlung literarisch ganz unmittelbar als Menschen lebendig und in ihrem Erleben, ihren Wünschen Widersprüchen und Skurrilitäten nicht bloß auf eine allegorische Weise dargestellt sondern unmittelbar anschaulich werden. Sondern es handelt sich bei beiden Werken zugleich um paradigmatische Darstellungen, die, wie die meisten großen Romane