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Dreimal in seinem Leben hat Sigmund Freud persönliche Papiere, Briefe, Notizen ganz oder teilweise vernichtet. Zuletzt tat er es 1938 unter dem Zwang seiner Vertreibung aus Wien. Die anderen beiden Male waren nicht so sehr Reaktionen auf äußere Ereignisse, sondern spiegelten vor allem innere Zäsuren. Im April 1885 schreibt er seiner Braut Martha, er habe alle seine Papiere und Briefe der letzten 14 Jahre mit Ausnahme einiger Familienbriefe und ihrer, Marthas Briefe, vernichtet. Der zweite »Schnitt«, dem Teile seiner privaten Korrespondenz zum Opfer fielen, fand etwa 1907/1908 statt, in jenem Jahr also, in dem C.G. Jung in Freuds Leben trat. Diese Vernichtung scheint mitbestimmt gewesen zu sein von einem schweren Vertrauensbruch, den Freud von Fließ im Zuge jener von Fließ ab 1904 initiierten Plagiatsaffäre gegen Swoboda und Weininger hinnehmen mußte und in deren Verlauf Freud zudem in den Ruch der Illoyalität, ja gar des Verrats gekommen war. Zwischen diesen beiden Zäsuren liegen, neben vielen anderen, zwei für Freud überaus bedeutsame Ereignisse: seine ebenso