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»Jeder Normale ist eben nur durchschnittlich normal, sein Ich nähert sich dem des Psychotikers in dem oder jenem Stück, in größerem oder geringerem Ausmaß […]« (Freud 1937, 80).
Psychotische Mechanismen bei neurotischen Patienten sind das Thema dieses Heftes. Ich möchte mich in meinem Artikel mit einem besonderen Abwehrmechanismus beschäftigen, den ein Patient anwendet, um eine ganze Situation so einzukapseln, daß sie von seinem übrigen (Seelen-)Leben vollständig abgetrennt ist und eine Lücke entsteht. Der Patient hat eigentlich vorhandene Gedanken, Gefühle und die Wahrnehmung seiner Beziehungen »vergessen«, was zu kleineren oder größeren Amnesien führt. Ich möchte zeigen, daß dieser drastische Mechanismus vor allem der Abwehr intensiver depressiver Ängste dient und vor Schuldgefühlen schützen soll, die der Patient als unerträglich erlebt.
Darüber hinaus möchte ich kurz beschreiben, wie ein Patient sich durch perverse Maßnahmen schützt, indem er seinen Konflikt ruhigzustellen und einzuschließen versucht, bevor er noch weiter geht und die als schmerzlich erlebte Situation massiv »herausschneidet«. Das perverse Enactment verstärkt die Schuldgefühle, so daß die Abwehr mißlingt, was den Patienten wiederum zu verstärkten Abwehrmaßnahmen veranlaßt und eine Amnesie hervorruft, die manchmal erreicht wird, indem eine vorhandene Erfahrung vollständig beseitigt wird.