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Das Konzept psychotischer Mechanismen bei neurotischen Erkrankungen ist nicht neu, sondern eine explizite Formulierung eines impliziten psychoanalytischen Wissens. Schon Freud sprach vom Ich des Psychotikers, dem sich der Normale, der »eben nur durchschnittlich normal« sei, »in dem oder jenem Stück, in größerem oder geringerem Ausmaß« (Freud 1937c, 80) nähere. Später entwickelte er den Begriff der Ichspaltung im Abwehrvorgang (Freud 1940e, 59), die gegen die synthetische Funktion des Ichs arbeitet und einen Riß entstehen läßt, der nicht kleiner, sondern allmählich größer wird. Dieser Riß entsteht im Zuge der normalneurotischen Entwicklung bei der traumatisch wirkenden Wahrnehmung der Differenz zum Primärobjekt und der Geschlechterdifferenz und der daraus entstehenden archaischen Phantasie und Mißkonzeption der Kastration. Die Folge des Traumas ist die Bildung eines Fetischs und die simultane Wahrnehmung «ra/Verleugnung der Differenz. Vielleicht ist es nicht zu kühn, diesen Riß in der von Melanie Klein entwickelten Unterteilung zwischen paranoid-schizoider und depressiver Position mit den zugehörigen Abwehrmechanismen in elaborierter Form wieder zu erkennen. Danach wurden von psychoanalytischen Forschern Begriffe wie z.B. »grandioses Selbst« (Kohut 1971), »psychotischer Kern des Selbst« (Loch, mündliche Mitteilung) und »mad self« (Rosenfeld 1964, 337) erarbeitet.