You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Mit unserem Entschluß, zehn Jahre nach Gründung der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung ein »Jahrbuch der Psychoanalyse« herauszugeben, stützten Käte Dräger, Gerhart Scheunert, Edeltraud Seeger und ich uns auf die Erfahrung, daß die Wissenschaft Freuds auf gutem Wege war, nach Verfemung und Unterdrückung ihre Achtung in der Bundesrepublik Deutschland zurückzugewinnen. Besonders ermutigt worden waren wir aus London durch Anna Freud und ihren Vertrauten Willi Hoffer, der unsere Aufbauarbeit am Berliner Institut durch jahrelange Beratung und Unterrichtsveranstaltungen unterstützt hatte. Beide konnten wir als Herausgabe-Beiräte gewinnen, dazu Th. Benedek, K. Eissler, P. Kuiper, J. Lampl-de Groot, P. J. van der Leeuw, K. Menninger, F. Morgenthaler, P. Parin und W. Solms.
Diese Stärkung von außen gab uns wichtigen Rückhalt. Denn im eigenen Land hatten wir uns nicht nur gegen massive wissenschaftliche Vorurteile zu behaupten, mehr noch gegen eine untergründig fortlebende Ideologie des Rassismus und der Diskriminierung psychisch Kranker und Behinderter. An psychiatrischen Universitätskliniken gerieten junge Ärzte, die sich zur Psychoanalyse bekannten,