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Die in den letzten Jahren stetig steigende Zahl von Briefeditionen zu Freud vertieft eine Kluft. Während eine editionswissenschaftlichen Standards entsprechende Gesamtausgabe seiner Werke noch immer fehlt, liegen heute detaillierte und umfängliche Ausgaben von Korrespondenzen aus seinem Umfeld vor, die bewirken, daß die oft desperate Beschaffenheit der im Handel erhältlichen Texte Freuds um so deutlicher hervortritt. Der Zustand von Texten und die Wege ihrer Veröffentlichung lassen sich keineswegs nur als äußerliche und bibliophile Zutaten und Abläufe beschreiben, sondern sie führen zu zentralen Problemstellungen einer Psychoanalysegeschichte. An ihnen lassen sich Fragestellungen entwickeln, die die Durchsetzung von intellektuellen und wissenschaftlichen Bewegungen grundlegend betreffen.
Verglichen mit den Korrespondenzen mit Wilhelm Fließ, C. G. Jung oder etwa Sándor Ferenczi fällt der jüngst publizierte Briefwechsel zwischen Max Eitingon und Sigmund Freud in mehrfacher Hinsicht aus dem dort abgesteckten Rahmen (Freud 2004). Die Editionen der umfangreichen Schriftwechsel mit den