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PROF. SIGM. FREUD
24. 1. 1939
20 MARESFIELD GARDENS,
LONDON, N.W. 3.
TEL: HAMPSTEAD 2002.
Liebe verehrte Frau
Ihre Briefe erhalten? Ja, vom 3/XI u 23/XI, es wäre ein Jammer, wenn Sie andere geschrieben hätten. Sehr enttäuscht, daß Sie nicht kommen können; ich kann ja gewiß nicht. Ich bin noch immer invalid, werde es wol bleiben, es ist etwas spät im Leben für Genesungen, nur fortgesetzte Schmerzen sind schwer zu ertragen.
Gerne zeigte ich Ihnen, wie schön wir hier wohnen, viel schöner als je zuvor. »Aus Dalles Weißbrod« heißt ein Sprüchlein im Jargon. Hinter der Schönheit lauert die Unheilswolke, an die auch Ihr Brief nicht vergeßen hat.
Unsere Freundin Marie war in Aegypten, mußte zum Leichenbegängnis von Prinz Waldemar von Cairo nach Kopenhagen fliegen, wo sie jetzt noch ist. Sie verspricht uns im Februar zu besuchen. Im selben Monat soll mein Buch Moses und Monotheism.
* Gerhard Fichtner ist emeritierter Professor für Geschichte der Medizin an der Universität Tübingen. Forschungsschwerpunkte: Geschichte der Psychiatrie und der Psychoanalyse.
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* Gerhard Fichtner ist emeritierter Professor für Geschichte der Medizin an der Universität Tübingen. Forschungsschwerpunkte: Geschichte der Psychiatrie und der Psychoanalyse.