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Psychoanalytiker beschäftigen sich täglich mit dem seelischen Wachstum der Person. Strukturelles Wachstum und epigenetisches post-neurotisches Werden sind jenseits des Studiums der psychologischen Entwicklung von Kindheit und Jugend und jenseits der Krankenbehandlung, der Restitution einer unter unbewußten Konflikten regressiv veränderten Struktur unvermeidbare und daher zentrale Bestandteile ihrer klinischen Arbeit. Der Zusammenhang von Krankenbehandlung
und epigenetischer post-neurotischer Entwicklung wird bisher kaum untersucht. Infolge der Trennung wissen wir zu wenig über die Verhältnisse, welche - in Analogie zu Sigmund Freuds Formulierung von der Herstellung der »für die Ichfunktion günstigsten psychologischen Bedingungen« - epigenetisches und post-neurotisches Wachstum fördern (Freud 1937c, 96). Welche Verhältnisse und welche spezifische Aktivitäten mögen das sein? Die Fragestellung läßt sich bei kreativ tätigen Menschen untersuchen, denn es gibt gewisse Analogien zwischen psychoanalytischem und kreativem Prozeß.1 Sie finden sich bei Paul Klee, der in kunsthistorischer Hinsicht zu den ersten Künstlern zählt, di