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Freuds Lehre von der Ätiologie der Hysterie hat im Laufe der Zeit bedeutende Wandlungen durchgemacht. Freud hat aber, wie er selbst betont (1906 a, 157) zwei Gesichtspunkte festgehalten und ist in die Erkenntnis ihrer Bedeutung immer tiefer eingedrungen: das sind die Gesichtspunkte der Sexualität und des Infantilismus. An den Wandlungen der gesamten Sexualtheorie und Neurosenlehre hat auch das Problem des sexuellen Jugendtraumas Anteil genommen. Freud sah in diesem eine Zeitlang die letzte Wurzel der hysterischen Erscheinungen und nahm an, eine solche Wurzel sei in allen Fällen von Hysterie auffindbar. Diese Anschauung hat sich nicht in ihrer ursprünglichen Form halten lassen. In seinem Aufsatz: »Meine Ansichten über die Rolle der Sexualität in der Ätiologie der Neurosen« (1906 a) hat Freud dem sexuellen Jugendtrauma eine sekundäre Rolle angewiesen und eine abnorme psychosexuelle Konstitution als primäre Grundlage der Neurosen angenommen. Diese Auffassung wird der Tatsache gerecht, daß keineswegs alle Kinder, die ein sexuelles Trauma erleiden, später an Hysterie erkranken. Die zur Hysterie veranlagten Kinder reagieren nach Freud infolge jener abnormen Veranlagung in einer abnormen Weise auf sexuelle Eindrücke aller Art. Ich selbst habe vor kurzem auch bei Geisteskranken das Vorkommen