You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Assistenzarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik »Burghölzli« in Zürich unter der Leitung von Eugen Bleuler und C. G. Jung kehrte Karl Abraham im Jahr 1907 nach Berlin zurück und eröffnete eine neurologisch-psychiatrische und psychoanalytische Praxis. Kurz vor und kurz nach seiner Rückkehr nach Berlin erschienen die zwei ersten psychoanalytischen Aufsätze Abrahams »Über die Bedeutung sexueller Jugendtraumen für die Symptomatologie der Dementia praecox« und »Das Erleiden sexueller Traumen als infantile Sexualbetätigung«, mit denen er sich bei Freud einführte.
Die psychoanalytische Geschichtsschreibung - wie sie von Freud selbst mit seiner Kampfschrift Zur Geschichte der Psychoanalytischen Bewegung (1914 d) initiiert wurde - machte Abraham bald zum Pionier der Psychoanalyse in Deutschland, der mutig die »eigentliche« Weiterentwicklung der Psychoanalyse befördert habe, während die »Abgefallenen«, Adler sowie Bleuler und Jung und ihre Anhänger, und überhaupt der Großteil der akademischen Kollegen, in neurotischem Widerstand verharrten oder sich »zurückentwickelten« - sei es aus Prüderie, Opportunismus oder Ignoranz.