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Das Nachdenken der Autorin fokussiert ein in der psychoanalytischen Literatur in den letzten Jahrzehnten eher vernachlässigtes Thema, nämlich: Erinnerung und Gedächtnis. Ausgehend von einem Konzept von Erinnerung, welches konsequent als konstruktivistisch-intersubjektiv und nicht als historisch, d. h. ereignis- konkretistisch aufgefaßt wird, versucht sie, deren zentrale Funktion und Bedeutung für die Konstitution des Psychischen bzw. die psychische Struktur des Menschen nachzuweisen. Indem Frau Quindeau soziologische, psychoanalytische und kulturwissenschaftliche Ansätze miteinander verbindet, gelangt sie zu tiefreichenden Einsichten über individuelle und gesellschaftliche Erinnerungsprozesse. Diese münden schließlich in einer Konstitutions- und Sozialisationstheorie der Erinnerung, welche teils auf einer Rekonstruktion der Freudschen Erinnerungstheorie und teils auf der Wiederaufnahme einer durch die Verfasserin modifizierten Verführungstheorie beruht.
Im vorliegenden Buch verfolgt die Autorin vor allem drei Hauptlinien der psychoanalytischen Erinnerungs- und Gedächtnistheorie: