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Der traumatische Wiederholungszwang ist ein erstrangiger Nervenzerrütter. Er setzt aber nicht nur Individuen unerträglichem Leiden aus, sondern auch die psychoanalytische Theorie unter Druck. Freud hat lange gebraucht, bis er sich den Sonderstatus dieses Phänomens überhaupt eingestand. Gegen Ende des ersten Weltkriegs, als er zunehmend mit Kriegstraumatisierten konfrontiert wurde, konnte er daran nicht mehr vorbeisehen - und merkte sehr wohl, daß damit auch die zentrale These seiner Traumtheorie in Frage gestellt war: Träume sind libidinöse Wunscherfüllung und nichts sonst. Bisher hatte er so argumentiert: Wo Angst in Träumen vorkommt, da geht diese Wunscherfüllung lediglich einen Umweg, da machen Menschen eigentlich bloß Bekanntschaft mit denjenigen ihrer Triebregungen und Wünsche, die sie selbst nicht wahrhaben wollen, weil sie nicht in Einklang mit ihrem persönlichen oder dem allgemeinen Sittenkodex sind. Sie ängstigen sich vor ihrer eigenen Schamlosigkeit. Die Traumangst ist