You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
»Psychische Veränderung« ist ein psychoanalytischer Fachbegriff für das, was ein Analytiker bei seinen Patienten zu erreichen hofft. Es ist eine merkwürdige Formulierung, die jeglicher emotionaler Bedeutung zu entbehren scheint. Man würde sich eher vorstellen, Analytiker hoffen, daß es ihren Patienten besser geht und sie von der Analyse profitieren, daß sie Fortschritte machen und die Analyse zu ihrem Besten gereicht. Aber das Substantiv »Veränderung« ist betont wertfrei, so als ob Analytiker die Qualität der Veränderung, die sie sich für ihre Patienten erhoffen, nicht spezifizieren wollten. Das Wort »psychisch« ist ein Fachbegriff. Man muß mit der psychoanalytischen Terminologie vertraut sein, um zu wissen, daß es hier nicht in seiner alltagssprachlichen englischen Bedeutung gebraucht wird, sondern eine Übersetzung des deutschen »psychisch« ist und seelisch [mental] bedeutet, aber sich auf alle Ebenen des Innenlebens einer Person bezieht. Dieses vermeintlich objektive, wissenschaftlich klingende Konzept von »psychischer Veränderung« scheint weit entfernt vom Bereich persönlicher Erfahrung zu sein. Ich werde versuchen, es durch folgende Frage näher zu bringen: Geht es bei psychischer Veränderung darum, etwas, das falsch gelaufen ist, richtigzustellen, oder geht es darum, Wachstum zu ermöglichen?