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Am 8. Mai 1889, also heute genau vor 116 Jahren - es war ein Mittwoch -, behandelte Freud morgens und abends eine 40jährige Dame, eine Hysterika, die »mit größter Leichtigkeit« in Hypnose zu versetzen war. Acht Tage zuvor hatte er sie - wohl von Joseph Breuer vermittelt - erstmals gesehen, sich ihre Vorgeschichte erzählen lassen und ihr empfohlen, sich für die Zeit der Behandlung ins Sanatorium »Löw« zu begeben, das in der Mariannengasse in der Nähe des Allgemeinen Krankenhauses lag und auch nicht weit von seiner damaligen Wohnung und Praxis in der Maria-Theresien-Straße 8. In diesem Sanatorium behandelte er sie seit dem 2. Mai in der Regel zweimal täglich mit Ganzkörpermassage, gelegentlichem Elektrisieren und regelmäßiger »Ausforschung in der Hypnose« (Freud 1895d, 40), um sie von ihren vielfältigen Symptomen, den Schmerzzuständen in Gesicht, Magengegend und Beinen, den ticartigen Gesichtszuckungen, den Schreck- und Angstzuständen, die ihre Erzählung immer wieder mit lautem Schnalzen unterbrechen ließen, zu befreien. Freud glaubte damals, Symptome ebenso durch Suggestion »wegwischen« wie durch Zurückverfolgen bis zu ihrem ersten Auftreten auflösen zu können. Es sei sein erster Versuch mit der kathartischen Methode Breuers gewesen, schreibt Freud, und Sie