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PROF. DR. FREUD
WIEN, IX., BERGGASSE 19
11.3.1934
Lieber Ernst
Für Deinen letzten, klaren sachlichen und aufrichtigen Bericht danke ich Dir besonders. Man weiß jetzt, was geschehen ist, und darf sich zum Glück der Hoffnung des Arztes in Yeovil anschließen. (Das Städtchen habe ich natürlich in der Encyclop. u auf der Karte aufgesucht, hätte nicht erwartet, daß es uns einmal so interessant sein würde.)
Ich glaube bei uns klärt es sich allmälich. Die Fortschritte der katholischen Reaktion sind unglaublich rasch und ausgiebig. Aber selbst darin liegt eine gewisse Garantie, daß die Hitler'sche Barbarei, vor der wir geflohen wären, nicht über die Grenze kommen wird: die katholische Kirche als unser Schutz! Wir werden also bleiben. Das Exil ist nie sehr schön, an den Tod von Ispahan darf man auch nicht vergessen. Du erinnerst vielleicht, daß der gegenwärtige amerik Botschafter in Moskau W. C. Bullitt ein langjähriger Patient von mir war u zuletzt